Masterstudiengang
Das Masterstudium Kunst- und Kulturvermittlung an der Universität Bremen wird derzeit in einem zweijährigen Turnus angeboten. Im Wintersemester 2010/11 beginnt der nächste Durchgang.
Ihre Bewerbung richten Sie bitte bis zum 30. Juni 2010 an das Dezernat für studentischeAngelegenheiten, Dezernat 6 der Universität Bremen.
Zu den Bewerbungsunterlagen zählt neben den Schul- und Hochschulabschlusszeugnissen ein "Letter of Motivation", in dem Sie bitte auf 2/3 Seiten darlegen, warum Sie dieses Masterprogramm studieren wollen, welche Voraussetzungen Sie mitbringen, worin Sie sich verbessern möchten und welche Berufsperspektive Sie ggf. ins Auge fassen.
Bewerberinnen und Bewerber, die sich noch in der Abschlussphase eines relevanten BA-Studienganges befinden, müssen zur Ermittlung des Notendurchschnitts mindestens 150 Credit Points nachweisen.
Bitte beachten Sie auch die Aufnahmeordnung für den Masterstudiengang Kunst- und Kulturvermittlung an der Universität Bremen.
Beschreibung des Faches
Künstlerische und kulturelle Praktiken befinden sich in fortwährender Veränderung, ebenso wandelt sich ihre Vermittlung. In dem Masterstudiengang Kunst- und Kulturvermittlung werden solche Wandlungsprozesse vor dem Hintergrund ihrer Geschichten untersucht und daraus Rückschlusse gewonnen für die praktische Vermittlungsarbeit. Die Ausbildung umfasst wissenschaftlich-theoretische Studienanteile (5 wissenschaftliche Basismodule) und praxisorientierte Studienanteile (4 berufsqualifizierende Module).
Der wissenschaftlich-theoretische Teil der Ausbildung untergliedert sich in die Studienbereiche Kunst- und Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kunst/Kultur und ihre Vermittlung und bildet die Grundlage der Qualifizierung sowohl für die praktische Vermittlungsarbeit als auch für die Möglichkeit weiterführender kunst-, medien- und kulturwissenschaftlicher Forschungsarbeiten und Untersuchungen zu Fragen der Vermittlung. Die Studiengangsausrichtung steht im größeren Rahmen des Forschungsprofils „Bild-Raum-Vermittlung“ des Instituts.
Die Praxisbezüge entwickeln sich durch die enge Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden und kulturellen Institutionen. Im Laufe des Studiums lernen die Studierenden exemplarisch Arbeitsfelder der Kunst- und Kulturvermittlung kennen. Dabei richten sich die Praxisprojekte nach den spezifischen Inhalten der einzelnen Institute und den Anforderungen des Lehrplans. Die Entwicklung und Erprobung eigener Ideen und Konzepte vermitteln Erfahrungen und Referenzen für den Berufseinstieg.
Durch die Kombination von wissenschaftlichen und berufsqualifizierenden Anteilen zielt der Masterstudiengang Kunst- und Kulturvermittlung auf die Ausbildung von Kulturschaffenden im Bereich der Vermittlung. Zugleich bietet er den Rahmen zur Entwicklung einer Arbeitsgrundlage im Feld wissenschaftlicher Forschung.
Studiengangsaufbau
Die MA-Ausbildung verbindet kunst-, medien- und kulturwissenschaftliche, gesellschaftstheoretische und museologische, präsentationshistorische und methodisch-didaktische Inhalte und vernetz diese mit Grundlagen für die Vermittlungsarbeit, die kuratorische Praxis und das Projektmanagement. Das Studium endet mit der Anfertigung einer Master-Thesis. Das viersemestrige Studium umfasst 48 SWS. Es werden und 120 Credit points vergeben. Die Credit points verteilen sich wie folgt: 100 CP auf die Veranstaltungen und 20 CP auf die Abschlussarbeit.
Die Bearbeitungszeit der Abschlussarbeit beträgt vier Monate und fällt in das 4. MA-Semester. Die Arbeit soll nicht mehr als 60-80 Seiten umfassen. Prüfungsrelevant ist darüber hinaus die kontinuierliche Führung eines individuellen Studien-Portfolios.
Das Studienmodell besteht aus:
a) fünf Basismodulen:
- Grundlagen
- Kunst-, Medien- und Kulturgeschichte I
- Grundlagen ästhetischer Vermittlungsprozesse
- Kunst-, Medien- und Kulturgeschichte II
- Theorien des kulturellen Feldes
b) vier berufsqualifizierenden Modulen:
- Sammeln und Ausstellen
- Vermittlung I
- Vermittlung II
- Schlüsselqualifikationen
c) Kolloquium und Master-Thesis
Ergänzt werden die Präsenzveranstaltungen durch zwei Praktika in Referenzinstitutionen: ca. 40 Std. semesterbegleitend im 1. Semester und ca. 3 Monate zwischen dem 2. und 3. Semester.
Tätigkeitsfelder
Die Inhalte des Masterstudiengangs Kunst- und Kulturvermittlung bieten eine qualifizierende Grundlage für die Arbeit in einem weiten Spektrum von kulturellen Institutionen, die kunst- und kulturvermittelnde Angebote machen. Dazu zählen Museen, Ausstellungshäuser und Kunstgalerien aber auch soziokulturelle Einrichtungen und eine Vielzahl von Organisationen, die sich im Feld der kulturellen Bildung und Kulturpädagogik engagieren.
Das Studium vermittelt eine fundierte Kenntnis der Arbeit im kulturellen Feld und bietet einen geeigneten Rahmen der Weiterentwicklung individueller Berufsperspektiven. Darüber hinaus werden die Voraussetzungen zur Arbeit in der wissenschaftlichen Erforschung von Fragestellungen der Kunst- und Kulturvermittlung geschaffen.
Eine tabellarische Übersicht zu den Studieninhalten finden sie hier.
Im ersten Semester erfolgen in der Woche vor Beginn der Vorlesungszeit und in den fachlichen Modulen 1 und 2 eine grundlegende Orientierung sowie ein Überblick bezüglich Themen, Problem- und Fragstellungen der Kunst- und Kulturvermittlung. In dieser Phase werden verstärkt Hilfestellungen von Seiten der Lehrenden angeboten, um den Studierenden die Schwerpunktsetzungen zu erleichtern. Verdeutlicht wird die Besonderheit des Studiengangs, praxisbezogene Vermittlungsarbeit mit fachwissenschaftlichen Inhalten zu verbinden.
Im Modul 1 „Grundlagen“ wird ein vertiefender Überblick über die Grundlagen der Kunst- und Kulturwissenschaft, der Medienwissenschaft und der Kunst- und Kulturvermittlung gegeben. Dabei sollen unter historisch-systematischen Gesichtspunkten die besonderen Formen der Analyse, Interpretation und Rezeption der Gegenstände des Studiums behandelt werden.
Im Modul 2 „Sammeln und Ausstellen“ werden Geschichte und Theorie des Ausstellungs- und Sammlungswesens thematisiert. Die historische Entstehung und Entwicklung von Sammlungen, Ausstellungen und Museen werden im Hinblick auf ihre spezifischen Aufgaben des Sammelns, Bewahrens, Forschens und Vermittelns untersucht. Es werden verschiedene Ausstellungsformen mit ihren unterschiedlichen Präsentations- und Vermittlungskonzepten (z.B. Kunst, Geschichte, Ethnologie, Natur, Technik, Design, Gewerbe) bearbeitet und verglichen. Das angegliederte Praktikum vermittelt erste Einblicke in die Arbeit von Museen und anderen Kultureinrichtungen.
Im 2. Semester werden im Modul 3 „Kunst-, Medien- und Kulturgeschichte I“ kunst-, medien- und kulturgeschichtliches Grundlagenwissen und Methoden der Werkinterpretation, sowie Kenntnisse über den Zusammenhang von Stadt- und Kulturentwicklung vermittelt. Unter methodischen Gesichtspunkten geht es um die Verankerung historischen Denkens für die Beschäftigung mit aktuellen kulturellen Phänomenen.
Im Modul 4 „Vermittlung I“ wird dieses theoretische Wissen mit der Praxis der Vermittlungsarbeit verknüpft. Im Rahmen der Seminare und eines Projektes oder einer Projektwoche findet auch eine Auseinandersetzung mit aktuellen internationalen Positionen der Kunst- und Kulturvermittlung statt. Die Beschäftigung mit Ausstellungspraxen dient der Entwicklung erster eigener Vermittlungskonzepte.
Im Modul 5 „Schlüsselqualifikationen“ erlernen die Studierenden Grundlagen des Projekt- und Kulturmanagements und angewandter Kommunikation. Diese Seminare werden den Studierenden helfen, aus ihren Erfahrungen mit der Vermittlungspraxis entstandene betriebswirtschaftliche Fragen sowie Probleme des Kultursponsoring, der Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Rahmenbedingungen theoretisch zu fundieren.
Im Praktikum zwischen dem 2. und 3. Semester vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse von Museen und Kulturinstitutionen und deren besonderen Arbeitsabläufen. Die Praktika finden vorrangig in den kooperierenden Institutionen Bremens statt. Dazu zählen: das Focke-Museum, das Neue Museum Weserburg, das Paula-Modersohn-Becker-Museum, die Gesellschaft für Aktuelle Kunst und das Überseemuseum, die Kunsthalle, das Gerhard-Marcks-Haus und das Bremer Zentrum für Baukultur. Auch andere Institutionen im In- und Ausland können hinzugezogen werden.
Das Praktikum beinhaltet eine Mitarbeit in museumspädagogischen, kuratorischen und verwaltungstechnischen Praxisfeldern. Es wird in den Seminaren vorbereitet, begleitet und ausgewertet; die Führung eines Praktikumstagebuches ist verpflichtend.
Im 3. Semester werden im Modul 6 „Kunst-, Medien- und Kulturgeschichte II“ kunst-, medien- und kulturgeschichtliche Kenntnisse und Methoden der Interpretation vertieft. Ein Schwerpunkt der Seminararbeit liegt auf der Konstitution kultureller Differenzen und ihrer Vermittlung durch räumliche, bildliche und audio-visuelle Repräsentationen.
Im Modul 7 „Grundlagen ästhetischer Vermittlungsprozesse“ werden Fragen der Rezeption aus der Perspektive des Subjektes untersucht und fundiert. Dies geschieht unter Bezug auf die philosophische Ästhetik, auf Gesellschafts-, Bildungs- und Kreativitätstheorien und Ge-schlechterverhältnisse in Kunst und Kultur.
Modul 8 „Vermittlung II“ widmet sich der weiterführenden Kenntnisse und Entwicklung der Vermittlungspraxis. Neben der intensiven Auswertung der Praktikumserfahrungen werden über die Erprobung eigener Vermittlungskonzepte die Möglichkeiten und Anforderungen unterschiedlicher Vermittlungsformen vertieft.
Die Studienabschlussphase des 4. Semesters konzentriert sich im Modul 9 „Theorien des kulturellen Feldes“ auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Theorien, Voraussetzungen und Möglichkeiten der Kultur. In der Erstellung der Master-Thesis werden die Studierenden im Modul 10 eine projektorientierte Anwendung und Reflexion des aus Theorie und Praxis erworbenen Wissens unter einer eigenen Fragestellung darlegen. Die Abschlussarbeit kann einen praxisorientierten Schwerpunkt (Konzeption, Durchführung, Auswertung eigener Vermittlungskonzepte) oder einen fachwissenschaftlichen Schwerpunkt (Erörterung eines gewählten theoretischen Problemfeldes) haben. Im Kolloquium werden die Master-Projekte der Studierenden vorgestellt und diskutiert.
Zusammenfassung
Die Inhalte der Module M1, M3, M6 und M9 ermöglichen den Erwerb eines kunst-, medien- und kulturwissenschaftlichen Wissens, um die veränderten Bedingungen kultureller Vermittlungsleistungen als Resultat umfassender Transformationsprozesse analytisch zu begreifen. Sie gewährleisten eine wissenschaftliche Erarbeitung von individuellen und gesellschaftlichen Wahrnehmungsweisen und den damit verbundenen Rezeptionstheorien und Marktstrategien.
Die Inhalte des Moduls M7 vermitteln Kenntnisse vielschichtiger Subjekt- und Bildungstheorien, die einen wesentlichen Einfluss auf die Konzeption, Durchführung und den Erfolg/Misserfolg kultureller Vermittlungsleistungen haben.
Die berufsqualifizierenden Module M2, M4, M5 und M8 in Verbindung mit den zwei Praktika bilden eine Forschungskompetenz heraus, unterschiedliche museologische, kuratorische und museumspädagogische Konzeptionen angemessen zu recherchieren, zu reflektieren und zu evaluieren. Sie fördern die Kenntnis von Theorien und Methoden zur Ausstellungsdidaktik. Insbesondere tragen sie zur Ausbildung von Schlüsselqualifikationen wie z.B. des Projektmanagement, rhetorischer Fähigkeiten, Medienkompetenz, Gestaltungs- und Moderationsvermögen bei; sie fördern die Teamfähigkeit und Leitungskompetenzen.
Bei der individuellen Schwerpunktsetzung innerhalb eines Moduls, in der Wahl der Referenzmuseen für die Praktika, in der Praktikaauswertungen (Praktikumsberichte), bei der Wahl von Veranstaltungen anderer Fachbereiche (innerhalb des Wahlpflichtmoduls) und bei der Entscheidung für eine individuelle Projektkonzeption und Fragestellung in der Master-Thesis (Modul M10) haben die Studierenden hinreichende Möglichkeiten, ihrem Studium eine eigene individuelle Profilbildung zu geben.
Informationen:
Prof. Dr. Michael Müller, GW II, B 3910, Tel 0421-218-3147, e-Mail: michmue(at)uni-bremen.de
Sekretariat: Gisela Schütte, GW II, B 3940, Tel 0421-218-3027, e-Mail gschuett(at)uni-bremen.de
Prof. Dr. Maria Peters, GW II, B 3900, Tel 0421-218-2912, e-Mail: mapeters(at)uni-bremen.de
Sekretariat: Renate Pusch, GW II, B 3940, Tel 0421-218-3543, e-Mail pusch(at)uni-bremen.de
Kurzübersicht
Trägerinstitution | Universität Bremen |
Name des Studiengangs | Masterstudiengang Kunst- und Kulturvermittlung |
Hochschulgrad | Master of Arts |
Einführung | Wintersemester 2004/2005 |
Standort des Studiengangs | Universität Bremen |
Fachwissenschaftliche Zuordnung | Kunstgeschichte / Kunstwissenschaft, Kulturwissenschaft |
Regelstudienzeit | Zwei Jahre bzw. vier Semester |
Credits | 120 |
Module | 10 Pflichtmodule |
Anzahl der Studienplätze | 15 |
Lehrwirksame Personalkapazität | Ca. 70 SWS |
Studiengebühren | Keine |
Zielgruppe / Adressaten | Kunst- und Kulturwissenschaftler/innen, Kunstpädagogen/innen, Historiker/innen, Religionswissenschaftler/innen/-pädagogen/innen, Philosophen/innen, Medienwissenschaftler/innen |
Studienform | Vollzeitstudium |
Masterstudiengang | Anwendungsorientiert, konsekutiv |
Eine tabellarische Übersicht zu den Studieninhalten finden sie hier.


