Institut für Kunstwissenschaft - Filmwissenschaft - Kunstpädagogik

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Geschichte der Bildenden Künste

Zentraler Bestandteil sowohl des Studiums der Kunstwissenschaft als auch der Kunstpädagogik sind die traditionellen Gegenstandsbereiche der Bildenden Künste. Sie umfassen Malerei, Skulptur, Zeichnung, Architektur und Kunstgewerbe / Design. Geographisch konzentrieren sie sich auf die abendländische Kunst Europas und der USA. Historisch reichen sie von der Antike über Mittelalter und Neuzeit bis in die Gegenwart.

Angesichts der zunehmenden Fülle und der Differenzierung dieser Gegenstandsbereiche in der modernen Kunstentwicklung und der notwendigen Erweiterung des Stoffes durch bisher vernachlässigte Problemstellungen und Kunst-räume erweist sich die in der Kunstgeschichte gebräuchliche Gliederung dieser Gegenstandsbereiche in ein formales Schema von Stilabfolgen (z. B. Neuzeit mit Renaissance, Barock, Klassizismus) nicht erst heute als ungeeignet. Bereits die historischen Avantgardebewegungen thematisierten eine Auflösung der traditionellen Grenzen zwischen den einzelnen Künsten, Gattungen und ihren unterschiedlichen medialen Gestaltungsformen, die sich fortsetzt in der grundsätzlichen Infragestellung des Kunstbegriffes in der aktuellen Kunstproduktion und in den neuen Studien zum historischen Bildgebrauch.

Wesentliches Ziel der Ausbildung ist es, die Studierenden mit der Problematik der tradierten Ordnungsschemata und der Anwendung neuerer Interpretationsmuster vertraut zu machen und ihnen die Möglichkeit zu einem kritischen Umgang mit diesen zu geben. Als besonderer Ansatz wird in Bremen in Forschung und Lehre untersucht und praktisch erprobt, wie sich die Interpretationen zeitgenössischer Kunst mit dem Verstehen vergangener Kunstformen verbinden lassen.

An die Stelle einer Chronologie alten Musters erfolgt die problemorientierte Erarbeitung, die die "Gleichzeitigkeit -des Ungleichzeitigen" (Bloch), den Austausch zwischen künstlerischen und nicht-künstlerischen Sozialpraktiken und die Entzifferung sich fortschreibender Bildformen und Gestaltungsmuster ermöglicht.

Dieses methodisch weiter gefasste Konzept einer Geschichte der Bildenden Künste schließt die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Faches und seinen bisherigen Umgang mit den Kunstdenkmälern und Bildwerken mit ein. Vor allem gilt es, in der Erprobung neuer Konstellationen von ästhetischen und sozialen Kontexten eine vertiefte Wahrnehmung der Kunstwerke zu ermöglichen. Problemorientierte Kunstbetrachtung setzt sich außerdem mit den neuen Regeln und neuen Sichtweisen auseinander, die das Kunstwerk selbst vorgibt und mit denen es die gewohnten Wahrnehmungsweisen von Kunst verändert.

Diese besondere Konzeption gründet auf Fragestellungen, wie sie durch die Kunst der Gegenwart, ihre formale Gestaltung, ihren sozialen Gebrauch und ihre historische Legitimation aufgeworfen werden. Die Reflexion der Gegenwartskunst öffnet einen neuen Zugang zur Vergangenheit und gleichzeitig wirft die veränderte Sicht vergangener Kunst auch einen neuen Blick auf die Kunst der Gegenwart. In diesem dialektischen Prozess erhält die Gegenwartskunst eine initiative Funktion zum Verständnis und zur Begründung der historisch gewordenen Kunst. Sie ist nicht mehr, wie bisher, der wissenschaftlich noch undurchschaute, vorläufige Endpunkt des bisherigen künstlerischen Entwicklungsverlaufs.

Filmwissenschaft und Medienästhetik

Gegenstand des Studiums der Filmwissenschaft und Medienästhetik sind Geschichte, Ästhetik, Theorie und Analyse des Films und der audio-visuellen Medien sowie die Untersuchung ihrer Produktions- und Rezeptionskontexte, sowie deren Wandel im Rahmen von Digitalisierung und Globalisierung. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den spezifischen Formen und Dispositiven von Film und Medienkunst, ihrer Produktion, Distribution, Sendung, Ausstellung, Vermittlung und Aneignung, sowie ihrer Speicherung und Sammlung in Archiven. Untersucht werden dabei neben Film und Medienkunstwerken auch deren ästhetische Erfahrung durch gemeinschaftliche und Einzel-Nutzung, sowie die sie flankierenden Diskurse und kulturellen Interaktionen. Die Studiengänge des Instituts für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik an der Universität Bremen haben einen Schwerpunkt in der theoretischen, analytischen und historisch-kritischen Ausrichtung der Filmwissenschaft und Medienästhetik. Darin wird ein grundlegendes Verständnis der vielfältigen Formen der audio-visuellen Kultur und ihrem historischen Geworden-sein reflektiert.

Architektur / Stadtplanung / Desgin

Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Lehr- und Forschungszusammenhang Geschichte, Theorie und Kritik der Architektur, der Stadtgestaltung und des Designs. Hier werden in interdisziplinären Forschungs- und Lehrprojekten die Voraussetzungen, Kontinuitäten und Brüche künstlerisch-ästhetischer und medialer Produktion unter dem Einfluss anhaltender kultureller Modernisierung und Transformation untersucht. In den letzten Jahren spielte die Auseinandersetzung mit Positionen und Tendenzen der modernen und zeitgenössischen Architektur, des Designs und der (elektronischen) Massenmedien vor dem Hintergrund der Veränderung des urbanen Raums eine besondere Rolle. Hierbei sind es vor allem die empirischen Untersuchungen bzw. Ausstellungen, über die der Studiengang in Kooperation mit verschiedenen Kulturinstitutionen der Stadt, wie z.B. dem Focke Museum, seine Arbeit in den stadtöffentlichen Diskurs hineinträgt. Darüber hinaus konzentriert sich in diesem Schwerpunkt das Interesse auf die Bereiche Architektur und historische Avantgardebewegung, Globale und lokale Kulturprozesse, Kulturpraxis und Kulturpolitik, Museum und Stadt.

Ästhetische Bildung

Themenbereiche der Kunstpädagogik und Ästhetischen Bildung sind u.a.: Die Vielschichtigkeit von Kunstwerken als Herausforderung für komplexe Wahrnehmungs- und Ausdrucksprozesse, mediale Reflexionen zwischen Realitäts- und Kunsterfahrung, die Rolle der Sprache im Vermittlungsprozess, Beziehungen zwischen Kunst und Lehre. Eine ästhetische Auseinandersetzung mit der Welt meint nicht im traditionellen Sinn die Beschäftigung mit dem „Schönen“, sondern richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Bedingungen von Wahrnehmung überhaupt. Ästhetische Bildung als wissenschaftliches Erkenntnismodell bearbeitet Probleme, die sich in der Reflexion von Wahrnehmungen, Empfindungen und Assoziationen in Bezug auf Selbst, Raum und Zeit stellen. Um diese Reflexionen zu ermöglichen, enthält das Fach Kunstpädagogik ästhetisch praktische, und didaktisch-reflexive Anteile, in denen künstlerische, bzw. kunstpädagogische Überlegungen und ästhetische Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungskonzepte miteinander verknüpft sind. Eine weitere Voraussetzung für ein Erkenntnismodell der Ästhetischen Bildung ist der interdisziplinäre Austausch mit kunstwissenschaftlichen, philosophischen und bildungstheoretischen Ansätzen. Theoretische und künstlerische Praxen werden aufeinander bezogen und provozieren andere Formen wissenschaftlichen Arbeitens.

Lehre

Zum festen Lehrkörper des Studiengangs zählen gegenwärtig zwei Professorinnen und ein Professor, eine Privatdozentin und ein Privatdozent, sieben wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehrere Lehrkräfte mit besonderen Lehraufgaben.

Diese Lehre wird ergänzt durch Lehraufträge und Honorarprofessuren, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bremer Kunst- und Kulturinstitutionen wahrgenommen werden, z.B. der Kunsthalle und des Neuen Museums Weserburg. Weitere Lehraufträge werden abwechselnd auch an andere Personen vergeben, die vor allem im Bereich der Kunstvermittlung als freie Kuratoren oder in der Presse, der Fachpresse, dem Rundfunk oder Fernsehen tätig sind; oder an Personen, die das Lehrangebot im Sinne der Studienordnung in bestimmten Schwerpunkten ergänzen, wie z.B. in der kunstwissenschaftlichen Geschlechterforschung.

Die fachdidaktische Lehre im Studiengang Kunstpädagogik wird begleitet von  Praxislehrerinnen und -lehrern. Die künstlerisch-praktische Ausbildung erfolgt durch die Abordnung von Kunstpädagoginnen und -pädagogen und die Vergabe von Lehraufträgen an Künstlerinnen und Künstler.

Der Studiengang bietet auf dem Gebiet der praktischen Ausbildung folgende Arbeitsmöglichkeiten: ein Atelier für Malen, Zeichnen, Grafik; ein Atelier für plastisches Gestalten, Skulptur, Objekt; ein Fotolabor mit acht Arbeitsplätzen und einem Platz für digitale Bildbearbeitung; ein Studio und eine Repro u. Druckwerkstatt mit acht Arbeitsplätzen, ebenfalls mit der Möglichkeit elektronischer Bildbearbeitung. Eine im Aufbau befindliche Diathek umfasst gegenwärtig etwa 15.000 Dias. Zentrale Einrichtungen der Universität, die auch vom Studiengang Kunstpädagogik genutzt werden können, bieten ein Aufnahmestudio für Video, elektronische Schneidetische und Möglichkeiten computergestützter Bildbearbeitung.

Bachelor und Master an der Universität Bremen

Zum Wintersemester 05/06 sind an der Universität Bremen neue Bachelor- und Masterabschlüsse als "Nachfolger" für alle bisherigen Lehramts- und Magister- sowie für einen Teil der Diplomstudiengänge eingeführt worden. Mit dieser Umstellung hat die Universität Bremen internationale Standards für ihre Studiengänge umgesetzt. Die Umstellung folgt dem Beschluss der europäischen Bildungsminister, im zusammenwachsenden Europa in Qualität  und Struktur vergleichbare Studienabschlüsse einzuführen.

Das Bachelorstudium führt bereits nach einer Studienzeit von 3-4 Jahren zu einem berufsqualifizierenden Abschluss. Danach können sich die Absolvent/innen entscheiden, ob sie direkt in einen Beruf einsteigen oder an der Universität ein ein- bis zwei-jähriges Masterstudium aufnehmen wollen. Bis zum Masterabschluss dauert das Studium insgesamt grundsätzlich 10 Semester.

Ausführliche Informationen sind in den Infoheften Bachelor und Master an der Universität Bremen sowie Bachelor und Master Berufsfeld: Schule zu finden.